NZ: 04.12.2012 Di, 47.Tag Takaka

47.Tag Di, 04.12.2012
Pakawau – Takaka / 73 Km

Die ganze Nacht durch schaukelten und wiegelten uns Sturmböen als wären wir in einem Dampfer auf hoher See. Morgens dasselbe, weshalb wir nicht sonderlich pressant sind und erst gegen 10:00 losfahren.
Heute wollen wir den Whanganui Inlet näher erkunden. Bei Seaford biegen wir gegen Westen ab und schon nach etwa 1 Km beginnt die Naturstrasse. Diese immer wieder recht schmale Strasse schlängelt sich immer mehr oder weniger dem Uferverlauf des Whanganui Inlet entlang. Der Whanganui Inlet ist ein etwa 20 Km langes Binnenmeer mit unzähligen Buchten, das nur einen einzigen Zugang zum Meer hat. Wobei heute zu dieser Tageszeit Binnenmeer das falsche Wort ist. Es handelt sich um eine riesige, braune, mit Dreck gefüllte Ebene, durchzogen von einzelnen Tümpeln und „Bachläufen“. Auch diverse Buchten, die wir auf einspurigen Dämmen überqueren, sind gruusig anzusehen. Etwa 2/3 der Wasserfront haben wir geschafft mit nur einem einzigen Auto als Gegenverkehr, als wir die anvisierte grüne Wanderwegtafel entdecken: Knuckle Hill Track.

Diesen Track, der mit 2 Std. für einen Weg angegeben ist, wollen wir nehmen. Was für ein Unterschied zu gestern. Gestern auf offenen, grünen Anhöhen mit formidablen Aussichten dem Meer entlang, heute ein Track, der nur durch undurchdringlichen Wald und Busch führt. Eigentlich ist dieser Track ein altes Verbindungssträsschen zwischen der Ost- und der Westküste, ist jetzt aber an vielen Stellen abgerutscht oder zu einem schmalen Weg überwuchert. Nach einer guten Stunde dann der nächste Hinweis: Knuckle Hill nach links: noch 850 m und 20 Min.
Wir denken, dass wir auch das noch schaffen, der Weg wird aber zur halben Kletterei durch dichtes Gebüsch. Nach 15 Min. habe ich genug; Ruth klettert weiter und entschwindet bald im dichten Dickicht meinem Blick. In diesem unwegsamen, menschenleeren und nur durch diesen einen Track erschlossenen weiten Gebiet bin ich denn auch etwas beunruhigt, nachdem auch die Rufverbindung nicht mehr funktioniert. Bis Ruth endlich nach einer guten Viertel Stunde wieder auftaucht. Putzmunter und voller Tatendrang! Ich finde dies etwas unvorsichtig und tue dies auch lautstark und deutlich kund.

Dazu kommt, dass sich in der Zwischenzeit am Himmel etwas tut. Sind wir noch bei Sonnenschein gestartet, nähert sich jetzt die Schlechtwetterfront wie vorhergesagt. Bei einsetzendem leichten Regen machen wir uns wieder auf den Rückweg und sind nach Total 3 1/2 Std. etwas angefeuchtet, aber guter Dinge wieder beim Womo.

Das Bild des „Binnenmeeres“ auf der Rückfahrt hat sich inzwischen auch total geändert: die Flut hat voll eingesetzt, und statt der gruusig braunen Dreckflächen präsentiert sich nun das Ganze als eine einzige Wasserfläche und verdient nun meine Beschreibung als Binnenmeer voll und ganz. Auch wenn es etwas nieselt und regnet: jetzt sieht alles viel schöner und eindrucksvoller aus.
Begegnen tun uns 2 Fahrzeuge: das erste ist ein Auto mit der Aufschrift: „Rural Post“. Ja ist’s denn möglich: da fährt doch tatsächlich ein Pöstler an diesen A… der Welt, um irgendeinem Bauern in diesem Hinterland die Post zu bringen! Beim 2. Fahrzeug staunen wir ebenso: es ist ein Gespann mit einem grossen Motorboot auf dem Anhänger. Was in aller Welt will denn der hier mit seinem Boot an dieser menschenleeren, schroffen und felsigen Westküste.
Wir unsererseits fahren gemächlich weiter, lassen den Scheibenwischer seine Arbeit tun, während wir über Pakawau (letzte Nacht) und Collingwood zurück bis Takata fahren, wo wir im örtlichen kleinen Camping für die nächste Nacht parkieren.
Das Wetter wird nun zusehends noch schlechter und wir verzichten deshalb auf den vorgesehenen Bummel mit Dessert-Gluscht-Vernichtung durchs Dorf.

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