NZ: 10.12.2012 Mo, 53.Tag Blenheim

53.Tag Mo, 10.12.2012
Saint Arnaud – Blenheim / 122 km

Und wieder heisst es, Abschied zu nehmen; diesmal für noch längere Zeit, denn erst in rund 7 Monaten, am 11.07.2013, werden BBJLH in die CH zurückkehren.
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Wir unsererseits verabschieden uns von den Kindern, die um 10 vor 9 zum Schulbus eilen. Jan mit Rucksack, denn er wird mit seiner Klasse heute auf eine Hut wandern, dort übernachten und erst morgen wieder zurück sein. – Ein Stunde später gilt es dann, auch von Beat und Bianca für die nächsten 7 Monate Abschied zu nehmen. Wobei die heutige Technik ja erlaubt, auf verschiedene Wege in Kontakt zu bleiben. Von e-mailen, Twittern, Skypen, SMS-len, Youtoub-len, WhatsApp-len und wie die Dinger alle heissen, hatten wir ja vor bald 50 Jahren, als wir für 4 ½ Jahre in Ghana arbeiteten, noch keine Ahnung. Selbst telefonieren war im Verhältnis zum Verdienst viel zu teuer, sodass damals der Briefweg die einzige Verbindung zur Heimat war! – Wie rasant ändert sich doch die Welt.
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Auf der Fahrt durch das Tal des Wairau River von St. Arnaud nach Blenheim wechseln sich unberührte Landschaft mit Landwirtschaft und Forstwirtschaft ab. Gemeinsam ist die Trockenheit. Wo nicht bewässert wird, ist die Gegend braun-trocken wie in Italien im Sommer. Die Bodennutzung ändert dann aber ziemlich schlagartig in der Höhe von Renwick, wo sich das Tal weit öffnet und Platz macht für quadratkilometer grosse Rebfelder.

Zeitweise reichen die Rebenreihen so weit das Auge reicht. Westlich Blenheim besteht die Gegend sozusagen nur aus Trauben! Ein Weingut reiht sich ans andere, und im Zentrum steht dann die Vinary mit Degustation und oft Restaurant. Darum herum stehen die technischen Anlagen, und nicht selten kann man 40, ja 60 und noch mehr Stahltanks zählen, die in den Himmel ragen, um all den Rebensaft aufzunehmen. Gigantisch!
„Leider“ beginnt hier ja erst der Frühsommer, und von reifen Trauben können wir nur träumen. Nichtsdestotrotz fahren wir kreuz und quer durch die Gegend und staunen ob den Dimensionen und fragen uns, wie diese Mengen überhaupt bewirtschaftet, geerntet und vermarktet werden können. 2/3 allen Weines der Südinsel werden hier produziert! Aber alles funktioniert nur mit Bewässerungsanlagen. Tausende von Kilometern Gummischläuche sind verlegt, denn jede Rebgasse hat ihren eigenen Schlauch.
Zwischendurch erholen wir uns bei einem Kaffee in der An- und Abflughalle des Airports von Blenheim. Dieser wird wohl nur von Propeller-Maschinen angeflogen, aber es herrscht überraschend reges Treiben. Halle ist übrigens leicht übertrieben, denn der Raum ist klein und beherbergt nebst einem kleinen Cafe nur noch 6 (!) Kabinen von verschiedenen Auto-Vermietern, von denen 3 personalmässig besetzt sind. Immerhin gibt es sogar 2 Miniatur-Gates.
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Die weitere Umgebung ist geprägt durch braune, trockene, kahle, liebliche Höhenzüge, die sich vor allem schön präsentieren, wenn man sie über die grünen Rebfelder hinweg sehen kann. – Dazu ist es heute geradezu sommerlich. 28 Grad zeigt das Thermometer bei schönstem Sonnenschein und leichter Brise.
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Als nächstes kurven wir durch Blenheim selber. Sie erscheint uns als die modernste Kleinstadt (Vergessen wir Auckland oder Wellington). Sehr vieles scheint recht neu und nur relativ wenige Gebäude sind im Stadium des Verfalls, wie es in all den anderen Kleinstädtchen der Fall war, die wir gesehen haben. Richtig hübsch mit all den Kleingeschäften. Nur – um etwas vorzugreifen – bei unserem abendlichen Spaziergang durch das Zentrum ist alles ausgestorben. Vielleicht 6, 7 Menschen begegnen wir: nicht eine einzige Beiz, nicht ein einziges Restaurant in der Innenstadt – einfach nichts. Und wir wollten „Blenheim by night“ zu Fuss erkunden!
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Das Städtchen, die Umgebung, das Wetter, die Temperatur – all dies veranlasst uns heute, bereits früh einen Campingplatz in Stadtnähe zu „besetzen“; dass dies ein Top10-Camping ist, in dem ich wieder einmal Internet-Verbindung habe, ist nur von Vorteil. Er ist übrigens wunderschön an einem kleinen Flüsschen im Grünen angelegt; schade nur, dass er sozusagen „zerschnitten“ wird durch den SH 1 nach Picton und von der Eisenbahnlinie Picton-Chch.

PS1. Die Preise von z.B. Schuhen, Kleidern, Elektronik, Wein, Bier sind mitnichten billiger als in der CH. Daneben gibt’s aber auch grosse Unterschiede nach unten: z.B. Fleisch oder der Diesel puttygen download , der immer um die NZ$ 1.50 – 1.55 kostet, also nur ca. CHF 1.20 – 1.25 !

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