Nordkap Mo, 30.05.2016 Tag 3 Moss-Trondheim

Titel:   <strong>Nordkap Mo, 30.05.2016  Tag 3</strong> <em><strong>Moss-Trondheim</strong></em>

 

Strecke:                                        Moss-Oslo-Lillehammer-Donbas-Oppda-Trondheim 07:15 – 22:40

Statistik:                                       616 Km   60 Km/h    10:14

Wetter:                                         Tropischer Platzregen, bedeckt, trocken

Koordinaten Ziel:                      N 63 25,580   E 10 22,955

Tageslänge:                                 03:29 – 23:02  =  19 Std. 33 Min.   =   +  27 Min.

 

So um 06:30 sind wir nach der Morgentoilette (sauberes, beheiztes Karbäuschen für WC und Dusche !) und Morgenessen schon fast reisefertig. Das Wetter ist stark bewölkt, windig. Und so hebe ich mir den Moment des einsetzenden Regens auf für das Bunkern von Frischwasser ab der Zapfstelle, wo auch die Boote ihr Wasser holen und für die Wäsche der Frontscheibe. Nach sehr kurzer „Tröpfelchenphase“ fängt es an wie aus Kübeln zu giessen – und es hört eigentlich gar nicht mehr auf.

Im strömenden „tropischen“ Dauerregen fahren wir um 07:00 los auf der E6, die wir heute bis Trondheim nicht mehr verlassen werden. Wir fahren so zeitig los, weil wir noch einen Zwischenstopp im Hafenareal von Oslo einfügen wollen und zu dieser frühen Stunde den vielleicht zu erwartenden Morgenverkehr umgehen wollen. – Aber ohalätz! Trotz Dauerregen fahren wir schon bei ca 11 Km VOR Oslo auf eine zweispurige stehende Kolonne auf. Bis Oslo ist dann Geduld gefragt, denn die vollen gut 10 Km geht es mehrheitlich nur im Schritttempo weiter! Na dann! Wegen diesem Verkehrschaos und vor allem auch wegen des sehr miesen Wetters beschliessen wir, den Abstecher in die Innenstadt abzusagen und brav auf der E6 glatt durchzufahren. Nachdem sich der Hauptverkehr Richtung Innenstadt aus der E6 mehrheitlich verabschiedet hat, geht’s mit sehr regem Verkehr wieder aus dem Stadtgebiet hinaus. Aber auf der Gegenfahrbahn stadteinwärts das gleiche Chaos – wie übrigens auch auf allen Strassen, die wir von der Autobahn aus zu Gesicht bekommen. So einen Vekehrsschlamassel haben wir seit langem nicht mehr gesehen!!!! Die armen Pendler!!!  Wir unsererseits haben im Stau etwa anderthalb Stunden verloren!  Also nix wie los ins einsame Nord-Norwegen!!!

Auf der E6 geht’s dann durch schöne Landschaften stabil voran, und so gegen Lillehammer wird dann die Fahrbahn doch nach und nach trockener! Wir wollen aber weiter nach Norden: deshalb lassen wir Orte Wie Lillehammer oder Hamer rechts liegen (beide Ort haben wir vor 6 Jahren intensiv besucht).

Mit kurzen Unterbrüchen gondeln wir nun mit dem Autopiloten auf 80 Km/h eingestellt immer dem langsam ansteigenden  Gudmanstalen folgend Richtung Dombas. Dies auch, nachdem die Autobahn zu Ende ging und es irgendwann nach Lillehammer auf der alten E6 weitergeht. Sie sind hier daran, die Autobahn weiter zu bauen: dies im teilweise engen Tag, wo sie nur an die steilen Bergflanken ausweichen können oder ein Tunnel ans andere setzen. Der Autobahnbau über den Gotthard kann nicht schwieriger gewesen sein!!!  Unglaubliche Erdbewegungen sind im Gange und die Wunden in der Landschaft sind gigantisch!!!

In Dombas kamen wir vor 6 Jahren von Westen her über die E136. Heute folgen wir aber der E6 weiter nach Norden. Direkt bei Dombas steigt die E6 schnell von  650 müM auf fast 1000 müM und bleibt dann für 25 Km auf dieser Höhe. Hier oben wachsen nur noch kleine Bäume und Gebüsch. Die obligaten Birken sind noch im Winterschlaf. Links und rechts auf den weiten, von der Eiszeit her rundlichen Höhen liegt noch Schnee. Aber immerhin sehr viel weniger als wir erwartet haben. Die braunen, aperen Flecken herrschen eindeutig vor! Aber endlich sehen wir hier wieder die unendlich schöne Höhenlandschaft, wie wir sie vor allem von der Hardangervidda her kennen!!!  Wir fühlen uns wohl !!!  Leider ist diese Gebiet des Dovre Nationalparkes noch weit von unserem heutigen Ziel Trondheim entfernt, sodass wir leider weiter müssen. Aber bei diesem hier nur sehr schwachen Verkehr habe ich selten mehr als 50 Km/h drauf. Apropos schwacher Verkehr: es hat fast mehr Riesenlastwagen auf der Strecke als Personenwagen!

Dann senkt sich die Strasse wieder durch ein 50 Km langes, teilweise sehr enges Tag, bis sich die Landschaft bei Oppdal dann endlich wieder weit öffnet. (Der berühmte Schieferabbau in diesem Tag ist nicht zu übersehen!! — und rechts der Strasse gibt es doch tatsächlich noch stark vereiste kleine Wasserfälle!) Es ist inzwischen etwa 17:00 geworden, und bei den vielen Eindrücken des heutigen Tages ist der Chauffeur doch recht müde geworden, sodass wir kurzerhand in Fagenhaug beschliessen, auf dem hiesigen Stellplatz zu übernachten. Das Nachtessen wird zubereitet, und vom 1 dl-Glas Wein übermannt, falle ich in einen 2-stündigen erholsamen Schlaf. Gestört haben mich höchstens die auf der nahen Strasse vorbeidonnernden Lastwagen. Um dann doch nicht einfach weiterzuschlafen, machen wir uns auf einen längeren Abendspaziergang. Um neun Uhr abends sind wir wieder zurück. Ich fühle mich quicklebendig, die Lastwagen donnern immer noch vorbei – und so wird der Wunsch geboren, doch noch weiterzufahren. Also nichts wie los: wir nehmen die restlichen 120 Km bis Trondheim unter die Räder und kommen hier wohlbehalten auf dem Gratis-Stellplatz um22:40 an. Dass uns das Navi die letzten 15 Km der alten E6 entlang durch abenteuerliches Gebiet führt, stört uns nicht mehr. (Die hier nigelnagelneue Autobahn E6 ist im Navi noch nicht einmal einprogrammiert!!!) Es ist immer noch hell.

 

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