Nordkap Mo, 04.07.2016 Tag 38 Riga-Ventspils

Strecke:                                        Riga-Ventspils

Statistik:                                       198 Km   7‘995 Km  56 Km/h    3 Std.32‘   1011mb  18ᴼ

Wetter:                                         sehr verrissene Kumuli

Koordinaten Ziel:                      N 57ᴼ 23,053   E 21ᴼ 32,099

Tageslänge:                                 03:43 – 21:32  =  17 Std. 49 Min.   =   + 3‘  zu gestern

Gestern hat es praktisch den ganzen Tag geregnet. Der Wetterbericht am Abend zeigt jedoch nach Westen hin schönes Wetter an. Wir beraten deshalb, ob wir nicht doch noch einen Schwenker nach Westen machen sollen anstatt nach Süden nach Litauen zu halten. Die Zeit drängt nicht, also gilt die westliche Tour.

Um 8 Uhr fahren wir bei wolkenlosem Himmel ab. Was nicht so ganz stimmt, denn nach Osten hin steht eine gewaltige von der Sonne angeschienene weisse Wolkenwand aus groben Kumulis. Aber nach Westen hin ist es wirklich absolut wolkenlos: eine eigenartige Wetterscheide.

Als erstes Ziel bestimmen wir das 186 Km entfernte Ventspils auf Grund des Lobes im Reiseführer als schöne Blumenstadt. Dann wollen wir der Küste entlang bis nach Litauen hinein.

Die Fahrt nach Ventspils kann man fast unter „ferner liefen“ abhaken. Gute Strasse, weite Strecken im Wald; aber hin und wieder auch grosse Weizenfelder mit weiten Sichten, die wir in den letzten Wochen nicht mehr hatten. Zunehmend steigen jetzt auch zerfranste, wilde Kumuli in den Himmel: sie sehen sehr bedrohlich aus, lassen aber keinen Tropfen Regen fallen,

In Ventspils angekommen, machen wir zuerst wieder unsere „Kreuzfahrt“ mit dem Womo durch die Stadt. Die Strassen sind durchwegs sehr gut und in krassestem Gegensatz zu denen von Riga. Und der erste Eindruck ist wiederum zum krassen Gegensatz zu Riga hervorragend. Ueberall gibt’s grosse Parkplätze, fast in jeder Strasse könnten wir mühelos parkieren. Jede Menge an schönen Parkanlagen säumen die Strassen; es ist alles andere als eng. Aber das Wichtigste: der Beschrieb im Führer, nämlich dass Ventspils “die Blumenstadt“ sei, bewahrheitet sich voll und ganz. In den Parks, aber auch an jeder Strassenecke gibt’s Blumen in Hülle und Fülle. — Als erstes parkieren wir in dem Hafengelände mit Blick auf Frachter auf der gegenüberliegenden Seite. Die Kohlenberge dort zeigen, dass es sich um Kohlefrachter handeln muss.

Der erste Spaziergang geht dem Quai entlang, dann über einen Markt in die innere Altstadt. Erster Eindruck: die Strassen sind alle mit Verbundsteinen geplättelt (nirgends Asphalt!). Die Trottoirs sehen a l l e  aus wie neugemacht mit verschiedensten Formen und Farben von Verbundsteinen. Alles ist sauber und gepflegt. Wir können wirklich marschieren, ohne auf die Schritte zu achten: alles ist wie ein Stubenboden. Welch ein Gegensatz zu Riga!!!  Dort musste man wirklich bei jedem Schritt aufpassen, nicht in ein Loch, eine defekte Stelle zu treten in den teils uralten Psetzisteinen!!!!

Häuser: Vieles ist renoviert, daneben sieht man allerdings auch noch die aus dem 19. Jh. stammenden kleinen Holzhäuser, die teilweise in einem erbärmlichen Zustand sind. Neue Wohnblocks gibt’s, daneben aber auch baufällige Gebilde, die schon ein Graus sind anzusehen. Hochhäuser: keine.

Aber die Blumen, die Parks, die wunderbar gestalteten Trottoirs, die geplättelten Strassen (fast wie ein Stubenboden), all die Kunstgegenstände in den Parks: wir sind nicht erstaunt, dass diese Stadt mit seinen nur rund 15‘000 Einwohnern Feriengäste in Massen anzieht.   —– Und wir sind uns schnell einig, dass wir die Weiterreise auf Morgen verschieben. Also den Camping „Piejüras“ aufgesucht! Und der kommt ebenso adrett daher wie die Stadt. Hier bleiben wir.  – Aber es ist erst 15 Uhr. Also geht’s nochmals auf die Socken, diesmal ist es vom Camping bis in die Stadt doch etwas weiter, aber die gut 2,5 Km schaffen wir in 1 Stunde, indem wir links und rechts vom geraden Weg abweichen. Durch Parks geht’s und durch lange Baumalleen. Es gibt jede Menge zu fotografieren. Und fast „ungewollt“ landen wir in der Altstadt wieder vor dem kleinen Kaffee-Restaurant, in dem wir schon am Mittag einen feinen Kaffee getrunken haben. Diesmal wollen wir aber hier essen. Das Menu: Apéritif, Shrimps-Salat-Teller, Entenbrust mit Reis und Zutaten, feines Schoggi-Kuchen/Glacé-Dessert, 1 Flasche Valpolicella superiore; notabene alles in bester Qualität und superfein gekocht! Kostenpunkt: € 53.00 (CHF 60) !!!  Dasselbe in der CH wäre mindestens doppelt so teuer.

Der Weg zurück zum Camping führt wieder u.a. durch 2-3 Parks, und mit einem weiteren Abstecher zur nahen, windigen Ostsee-Küste beschliessen wir unsere Wanderübungen.

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