Nordkap Do, 07.07.2016 Tag 41 Kaunas-Warschau

Strecke:                                        Kaunas-Bialystok-Warschau

Statistik:                                       462 Km   8‘894 Km  59 Km/h    7 Std.45‘   1004mb  16ᴼ

Wetter:                                         schön, Schwerstregen, bedeckt

Koordinaten Ziel:                      N 52ᴼ 12,794   E 20ᴼ 57,856

Tageslänge:                                 04:24 – 20:57  =  16 Std. 33 Min.   =   – 36‘  zu gestern

Ideales Reisewetter und offene, weite Felder, fast keine Waldpartien mehr.

Das Gebiet zwischen Kaunas und der Grenz Litauen/Polen ist flach, die Weizen- Mais- Hafer- und teilweise Kartoffelfelder gross. Rund 100 Km geht die Fahrt oft auf gerader, zweispuriger Hauptstrasse. Sie ist in mehrheitlich recht gutem Zustand, was wegen des herrschenden Verkehrs eigentlich überrascht. Denn der Gegenverkehr besteht in der grossen Überzahl aus Lastwagen, allein bis zur polnischen Grenze begegnen uns 100te, in Konvois bis zu 20 Stück hintereinander. Eigentlich ist auch das keine Überraschung, wenn man bedenkt, dass diese Strasse E67 die einzige Hauptstrasse ist, die von Polen durch das Nadelöhr zwischen der russischen Enklave Kaliningrad und Weissrussland nach den Staaten Litauen, Lettland und Estland und dann über das Meer weiter nach Finnland führt.

Wir sind nun durch Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland und Litauen gefahren, und nun werden wir hier an der Grenze zu Polen das erste Mal von Grenzwächtern angehalten, die unsere Papiere sehen und wissen wollen, wohin wir zu fahren gedenken. Aber die Sache ist harmlos und nach zwei Minuten können wir weiterfahren.

Auf polnischer Seite bleibt die Strasse zweispurig und die Lastwagenflut nimmt nicht ab. Die Gegend wird hügliger, die Strasse kurviger. Das fällt auf, wenn man die letzten so 2000 Km nur im Flachen herumgekurvt ist.

Vor der ersten Grossstadt auf polnischem Boden: Bialystock machen wir den ersten Kaffeehalt (2 gut Kaffees mit einem Schoggikuchen: 16 Zloty, ca CHF 4.50), lassen die Stadt aber rechts liegen und fahren dann auf einem kurzen Autobahnstück weiter. Dann folgt eine mehr als 100 Km lange Baustelle !!!!  Die mehrheitlich sehr ruppige Strasse ist auf der ganzen Strecke zu einer einzigen, riesigen (so was habe ich noch nie gesehen) Baustelle geworden. Denn auf der ganzen Länge wird sie von dutzenden von Bauteams gleichzeitig zur Autobahn ausgebaut. An Platz mangelt es hier nicht, aber man sieht, welchen Bodenverschleiss so eine Strasse nötig macht. Gigantische Mengen von Sand werden bewegt und auf der ganzen Länge werden unzählige Brücken gleichzeitig in Angriff genommen. Um diverse Baustellen für Ein- und Ausfahrten ist eine behelfsmässige Piste ringsherum gebaut, die für uns und die kolonnenfahrenden Lastenzüge und Sattelschlepper zur Geduldsprobe werden.

Ein sintflutartiger Platzregen machen die Baugruben, die vorbereiteten und erst in der Anfangsphase steckenden Sandpisten, die die neue Autobahn werden sollen, zu kleinen Seen. Die Baumaschinen haben sichtlich Mühe.

Wir erreichen die Millionenstadt Warschau. Schon 20 Km vorher durch die Aussenbezirke herrscht stockender Kolonnenverkehr. Das GPS führt uns aber sicher bis ins Zentrum, wo wir einen im Reiseführer angegebenen Stellplatz in unmittelbarer Nähe zur Altstadt ansteuern. Dieser erweist sich als dunkler, bewachter Parkplatz. Und zu allem Überfluss radebricht die junge Wächterin mit Händen und Füssen und 2 englischen und 100 polnischen Brocken, dass dieser Parkplatz in der Nacht gesperrt würde und keine Übernachtungen im Camper möglich seien. Was tun? Der nächste angesteuerte beachte Parkplatz bringt auch keine Lösung. Also müssen wir halt doch in einen Camping ausweichen. In 5 Km Entfernung zum Zentrum finden wir denn auch einen Söttigen.

Um 17 Uhr stellen wir unseren Camper hier ab und machen uns sofort parat für einen ersten Stadtrundgang. Aber wir haben keinen einzigen Zloty für Bus oder Tram. Also ist wieder das GPS gefragt, das uns einen Geldautomaten im etwa 300 Meter entfernten Bahnhof angibt. Den finden wir auch problemlos, aber daneben befindet sich eine kleine Wechselstube, und da wir ja nicht viel auszugeben gedenken, wechseln wir hier € 50 in 217 Zloty. Mit einem klapprigen Bus (2×4.40 = 1 Fr.) geht es dann im Höllentempo und holprig Richtung Zentrum.

Die Innenstadt ist weitläufig, die wichtigste Einkaufs- und Flanierstrasse lange mit regen Menschenmassen. Diese ist bespickt mit Zweier-Polizisten-Patrouillen und die Trottoirs werden auf der ganzen Länge links und rechts mit einem dicken Seil abgesperrt: der mächtigste Mann der Welt, Amerikas Präsident Barack Obama soll hier Morgen in Warschau eintreffen und über diese Strasse zum Hotel Bristol gefahren werden !!!!   (Stimmt das wohl??)

Ermüdet vom vielen Gehen und Sehen nehmen wir ein Taxi zurück zum Camping. (15 Min. Fahrt, Zloty 15 = ca CHF 4.50).

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