NZ: 25.10.2012 Do, 7.Tag Baylys Beach – Takapuna-Beach b/Auckland

7.Tag Do, 25.10.2012
Baylys Beach – Takapuna-Beach b/Auckland

Tagwach wie immer um 06:00, fürs Morgenessen und die notwendigen Vorbereitungen für die Abfahrt lassen wir uns wie immer Zeit! Um 08:15 verlassen wir diesen recht einfachen Campgroud. Wetter 7 Grad, ganztags nicht ganz sonnig, Höchsttemperatur über Mittag bei 17 Grad.
Das Gelände bis nach Dargaville und weiter nach Süden wird jetzt immer flacher, die Strassen gerader und das Reisetempo schneller. So treffen wir eigentlich viel früher als geplant bei dem „Te Kauri Museum“ in Matakohe ein.
.
.
Von aussen sieht dieses Museum, das als das Beste ausserhalb von Grossstätten gilt, recht bescheiden aus.
Der Bau: im Kolonialzeit-Stil sehr hübsch. Das Entrée dann modern, und was dann in immer noch fantastischerer Abfolge von Museumsräumen folgt, verschlägt uns fast den Atem. Von den Reisevorbereitungen zu Hause und von dem bisher Gesehenen hatten wir ja eine gute Ahnung von der ursprünglichen Urwald-Landschaft dieses Nordens, aber was hier in Realität gezeigt wird von der Zerstörungswut der eindringenden Europäer, den sehr verehrten sogenannten Pionieren der Zeit hauptsächlich zwischen 1870 und 1940, ist der reine Wahnsinn. Gezeigt wird in Fotografie wie in tausenden von Gebrauchsgegenständen bis hin zu ganzen Sägewerken, Fuhrwerken, Kauri-Stämmen von 3 m Durchmesser und 7 m Länge, nachgebauten Camps der Pioniere, Stuben der wohlhabenden Holzhändler bis hin zu Bankiers. Ja, eine solche Vielfalt und noch viel mehr ist ausgestellt aus jener Zeit: dieses Museum ist ein absolutes „must“ für jeden, der sich nur einigermassen für die kurze Geschichte dieses Nordlandes interessiert. Mir stehen die Haare zu Berge und einige Male läuft es mir richtig kalt den Rücken runter. Der helle Wahnsinn. Erst gegen 14:00 sehen wir das Tageslicht wieder.
Zur Erholung gibt es anschliessend im gegenüberliegenden Café einen ungeniessbaren Cappuccino, ein ungeniessbares, undefinierbares Etwas aus Teig, Steak, Bacon und noch anderen Zutaten (hätte es eine Fleischpastete werden sollen??) Auf jeden Fall grüsste mich das Ding noch Stunden später aus meinem Magen.
Zügige Weiterfahrt auf der 12, die in die 1 mündet, durch vergleichsweise uninteressante Gegenden. Mit Hilfe des Auto-GPS, vor allem aber dank des iPad’s und meiner Co-Pilotin finden wir den Stadt-Camping in Takapuna durch grössten Verkehr auf Anhieb. Direkt am Meer in der ersten Reihe werden wir eingewiesen: ein idealer Platz zum Relaxen, und vor allem in relativer Zentrumsnähe zu Auckland. Mit dem Bus werden wir Morgen das Zentrum von Auckland zu erreichen versuchen.
Bei einem feinen Glas Wein schreibe ich diesen Kurzbericht. Der Appetit auf Festeres ist mir mit dem heutigen „Mittagessen“ vergangen.

PS1: Wir haben bis jetzt das Maori-Land im Norden der Nordinsel bereist. Zu den Häusern: sie sind samt und sonders einstöckig aus Holz und sehr einfach gebaut. Sie alle stehen so bis zu 50 cm über dem gewachsenen Boden auf Holzstelzen wie bei den Pfahlbauern. Darauf ein Bretterboden und darüber ein einfaches Haus ohne jegliche Isolation. Die „Pfahlbauer-Stelzen“ werden diskret ringsum mit einem Bretterverschlag versteckt. Wobei man an den Hängen hie und da doch die ganze zerbrechliche Struktur der dünnen Holzpfähle sehen kann. Normalerweise herrscht rings ums Haus herum eine schier unglaubliche Vielfalt an Gerümpel. Dies aber nur bis zum Bretterverschlag, der oft rings ums Haus herum gezogen ist. Jenseits des Bretterverschlages, normalerweise bis zur Strasse, ist der Rasen i m m e r sauberstens gemäht wie auf einem Golfplatz. Der Kontrast könnte oftmals nicht grösser sein!
.
PS2: Im überblickblickbaren Teil links und rechts der Strasse sehen wir immer wieder alte, grau verblichene Baumstrünke, die bis zu vielleicht zwei Metern aus dem Boden ragen; Baumstrünke, die bis zu 3 m Durchmesser haben, aber auch viele kleinere, die heute noch von ihrem glücklicheren früheren Leben im Urwald zeugen. Noch sind nicht alle Spuren des Raubbaues verwischt! Aber wie in früheren Zeiten in dieser Gegend ganze Wälder voll von diesen Riesenbäumen durch unbekannte Katastrophen zugrunde gingen – es sollen teilweise drei bis vier Schichten dieser Bäume aus verschiedenen Epochen in den Sumpfgebieten übereinanderliegen, so wird es wohl auch so sein, dass die heutige Episode des frevelnden Menschen auch wieder zu Ende geht und ein neues Blatt der Geschichte geöffnet wird…

This entry was posted in New Zealand. Bookmark the permalink.

3 Responses to NZ: 25.10.2012 Do, 7.Tag Baylys Beach – Takapuna-Beach b/Auckland

  1. Bianca Steiner says:

    Jesses wir sind ja so neidisch auf eure tollen Berichte. Entweder habt ihr mehr Zeit als wir, oder keine Kinder. Wirklich tolle Berichte. Wir reisen jeden Tag mit euch.
    Liebe Grüsse aus Saint Arnaud

  2. Beat says:

    Nun weiss auch ich alles und wir müssen nie wieder miteinander telefonieren, ausser ihr hättet gerne News von uns. Die stehen eben nicht so detailliert und humorvoll und täglich im Netz. Bitte erzählt mir morgen vom Tower. Am Telefon. LG Beat
    Ps: …und trotz oder dank, und nicht wegen der „Zerstörung“ gibt’s hier in NZ jetzt feinsten Cappucino, Fortbewegungsmittel oder ein Ganzjahrwarmeshaus, von der täglichen vielfalt an Nahrungsmittel ganz abgesehen 😉 Und ihr und wir können dieses Land in seiner immer noch grossartigen Vielfalt besuchen und bereisen.

  3. Guten Tag liebe Frühaufsteher
    Besten Dank für die tollen Reiseberichte. Die Tageszeitung lassen wir jeden Morgen links liegen. Gleich nach dem Frühstück wird eurer Blog gelesen und anschliessend vor Ort mit Streetview die Srecke abgefahren. So bekommen auch wir einen Eindruck was ihr alles erlebt hat. Allerdings sind Emil’s barfüssige Maori Frauen bereits in Streetview wieder verschwunden.
    Wir wünschen weiterhin alles Gute und grüssen herzlich
    Heidy und Armin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*