NZ: 27.10.2012 Sa, 9.Tag Auckland – Hot Water Beach

9.Tag Sa, 27.10.2012
Auckland – Hot Water Beach

Tagwach um 05:45. Sonnenaufgang glutrot über dem Meer um 06:15. 11 Grad warm.
Bereits um 07:30 sind wir „on the road again“. Auckland scheint noch verschlafen an diesem frühen Samstagmorgen. Jedenfalls ist der Verkehr auf der SH1 (State Highway) Richtung Süden relativ gering. Fast unendlich zieht sich die 8, später 6-spurige Autobahn durch die Aussenbezirke von Auckland. Wir beginnen die grosse Ausdehnung von Auckland zu spüren, eine Stadtfläche, die grösser sein soll als diejenige von London!!! Wetter leicht bewölkt bei 17 Grad.
Etwas südlich der Stadt tauchen die ersten und auch die letzten paar Ackerbauflächen auf, die wir bis jetzt in NZ gesehen haben. Wir schwenken links auf die SH2, später auf die SH25 und fahren nun durch flaches Gebiet Richtung Thames. Nebst Viehwirtschaft gibt’s auch in diesem Landesteil nichts. Die einspurige, schmale, geschätzte 400 m lange Brücke, die bei Kopu/Thames einen Flussarm überquert und die den „Eingang“ zur Coromandel-Halbinsel bildet, ist gesperrt. Denn parallel zu ihr wurde eine neue, doppelspurige Brücke gebaut, die so neu aussieht als wäre sie erst gestern eingeweiht worden.
Thames ist dann der erste Höhepunkt. Eine alte Goldgräberstadt, in der zu den besten Zeiten um 1870 herum ca 18‘000 Leute gelebt haben sollen. Der Goldrausch war nach wenigen Jahren vorbei, die Leute zogen ab, und zurück blieben Gebäude, die nicht wegen Wachstums weichen mussten, sondern vielfach bis heute erhalten geblieben sind. Jedenfalls säumen die sicher 1 Km lange, gerade, sehr breite Hauptstrasse links und rechts unzählige kleine Geschäfte in einer grossen Vielfalt. Ich glaube es gibt hier nichts, was in einem Spezialladen nicht gekauft werden könnte. Dies alles in einer offenen und grosszügigen „wildwest“-Atmosphäre: alle Gebäude einstöckig, aus Holz mit fantastischen Fassaden. Auf der breiten Strasse kann noch jeder schnell vor dem Geschäft parkieren, in dem er etwas zu besorgen hat.
In einem Hardware-Geschäft finden wir denn auch unser lang ersehntes „Bickeli“ in Form eines Victorinox-Küchenmessers, denn die Messer in unserem Camper sind sozusagen wertlos. Übrigens führt dieses Geschäft ein Sortiment von mind. 30 verschiedenen Victorinox-Küchenmessern und eine ebenso grosse Anzahl grösserer Victorinox-Messer. Wir fallen allgemein offensichtlich als Touristen auf, denn immer wieder werden wir angesprochen und gefragt, woher wir kämen. Auch hier: ich erkläre dem überaus freundlichen Verkäufer, dass wir nur wenige Km vom Victorinox-Hersteller wohnten, was ihn aber nicht besonders zu beeindrucken scheint, bemerkt aber, dass er noch nie Reklamationen wegen dieser Messer gehabt habe.
Markt haben sie auch noch an thermstats.com diesem Samstagmorgen. Wir schlendern da durch und betreten dann die 1898 gebaute Baptistenkirche. Orgelmusik gibt’s, die aber bald aufhört, weil die, wie sich herausstellt, etwa 70-jährige englische Lady sofort auf uns lossteuert, und nach der ersten obligaten Frage, woher wir kämen, entspannt sich dann eine interessante Diskussion, bei der wir etliches über die hier seit 16 Jahren „retirende“ Lady wie auch über das alte Thames erfahren.
Nach einem guten Kaffee und einem Hot Chocolate verabschieden wir uns von Thames und steuern auf der überaus schmalen Küstenstrasse Coromandel an. Auch Coromandel ist eine alte Goldgräberstadt, nur sehr viel kleiner als Thames, aber auch hier sind einige Gebäude im Kolonialstil des 19. Jahrhunderts gut er- und unterhalten.
Weiter geht’s auf der 25 über kurvige Pässe an die Ostküste. Whitianga: in einer wunderschönen Bucht gelegen, dann in sehr weitem Bogen nach Hahei. Sehr viel näher wäre es quer rüber, aber die Fähre bei Whitianga befördert über das schmale und seichte Wasser leider nur Fussgänger und Velos. Hahei mit seiner etwa 1 ½ Std. langen Wanderung zur „Cathedral Cove“ ist die Mühe wert. Dann weiter zur Hot Water Beach. Der hohen Flut wegen und auch wegen des fortgeschrittenen Tages verzichten wir hier auf das Buddeln eines Warm-Wasser-Loches und verziehen uns auf den gut eingerichteten Campground „Top10“ zum verdienten Abendessen: dies erstmalig bei ca 20 Grad in der wärmenden Abendsonne im Freien. (Ab Mittag wolkenlos bei rekordverdächtigen 22 Grad).
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PS1: Auf der ca 60 Km langen Strecke von Thames bis Coromandel und noch weit über den Pass nach Osten kamen uns über 2‘500 Rennvelo-Fahrer und –innen in kleinen und grösseren Gruppen entgegen: Wir gerieten mitten in ein jeden Frühling ausgetragenes Velo-Rundrennen!!

PS2: Auf ohne Ausnahme allen bis jetzt befahrenen Strassen, ob Highway oder schmale Küsten- oder Bergstrasse sind im Mittelstreifen viereckige „Katzenaugen“ eingelassen in einem Abstand von ca. 15 m. Diese etwa 2 cm aus dem Belag herauslugenden Töggelis mögen ja vor allem nachts gute Leitdienste leisten, aber vor allem auf schmalen Strassen muss ich immer entscheiden, ob ich mit unserem 2,20 m breiten Vehikel nun über die Töggelis fahren soll mit dem Risiko, die nicht allzu guten Reifen zum Platzen zu bringen, oder ob ich besser links so haarscharf an Hindernissen wie Strassenpfählen und dergleichen vorbeisausen soll mit dem Risiko, mal eines „mitzunehmen“. Bis jetzt ging alles gut…

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