NZ: 16.11.2012 Fr, 29.Tag Balclutha

29.Tag Fr, 16.11.2012
Curio Bay – Balclutha

Wäre das Wetter heute Morgen wolkenlos, würden wir hier an einem der schönsten Orte am Meer noch einen Tag bleiben und die Seele so richtig baumeln lassen. Leider überzieht sich der Himmel aber rasch mit hoher Bewölkung: Vorboten von schlechterem Wetter. Also verlassen wir den Campground auf dem Felsenplateau, die Cliffs, die fast unendlich weite Sandbucht, die Pinguine. Vorher aber machen wir noch einen ausgedehnten Ausblick-Spaziergang und beobachten in der sandigen Bucht eine Gruppe von Delfinen und einige Seelöwen, die sich fast unter unseren Füssen auf die Küstenfelsen hieven.
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Wir verlassen die Curio Bay und folgen der Küstenstrasse der Catlins weiter über Walkawa, einem kleinen Nest im Nirgendwo. Die Strasse wird wieder eher zum Up and Down, kurvig, und führt oft durch geschützte „Urwälder“. Die Cathedral Caves, die in jedem Führer erwähnt werden, wollen wir auslassen – und müssen diese auslassen, da ein Schild an der Strasse berichtet: Closed. Weil wir heute etwas spät dran sind, ist es in Maclennan schon Mittag geworden, einer der Gründe, weshalb wir in diesem kleinen Ort am einzigen Café Halt machen und eine Kleinigkeit essen.
Hier biegen wir von der 92 nochmals nach rechts in eine Nebenstrasse ab, die schnell zu einer Schotterpiste wird, die aber gut ausgebaut und „normal“ breit ist. Unser Ziel: die Prukaunui Falls. In einem Reservat gelegen, wandern wir die 10 Minuten „Bush-Walk“ zu diesem Wahrzeichen der Catlins. Nun, durch feuchten, modrig riechenden Urwald mit seiner dichten Vegetation zu wandern, ist immer ein Erlebnis für mich. Die Wasserfälle hingegen kann man getrost vergessen. Wohl stürzen ein paar Liter Wasser über 10 m hohe Felsen, aber die ganze Umgebung des urtümlichen Urwaldes beeindrucken mich weit mehr.
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Bei Ratanui erreichen wir die 92 wieder und sind bald in Owaka. Hier biegen wir erneut auf Kiespisten ab Richtung Meer. Diesmal ist es die Surat Bay. Sie wurde uns in hohen Tönen von einem älteren NZ-Ehepaar empfohlen, das wir vorher an einem formidablen Lookout über Meer und Küste getroffen hatten. Die 12 Km Staubpiste lohnte sich aber überhaupt nicht, ja, es war ein richtiger „Reinfall“.
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Also weiter der der Küste am nächsten gelegenen Kiespiste über die Cannibal Bay (nichts besonderes) bis Otekura, wo wir endlich wieder Teer unter die Räder bekommen. Bis nach Kaka Point direkt an der Küste ist die Strasse wieder wie neu. Von dort jedoch beginnt das Staubschlucken erneut. 6 Km geht es direkt an der felsigen Küste entlang, teilweise streifen wir fast hereinrollende Wellen.
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Der Nugget Point mit seinem 130 m über dem Meer auf einem Felsvorsprung stehenden Leuchtturm ist dann wieder ein Höhepunkt sondergleichen. Von dieser erhöhten Plattform aus überblicken wir das Meer, die vorgelagerten Felsen, die 500 m weit ins Meer hinaus hervorlugen, die felsige Küste – und alles belebt durch die hohe Brandung. Auch das Wetter spielt mit, es ist wohl windig, aber angenehm warm und sonnig. – A-propos belebt: die Felsen da unten sind überzogen von hunderten weissen Punkten: brütende (?) Seemöwen. Jedenfalls ist ein reges Kommen und Gehen und ein Gekreische bis zu uns herauf. Und direkt unter unseren Füssen auf den Küstenfelsen liegen und faulenzen hier ein Dutzend Seelöwen, dort ein anderes Dutzend Seelöwen. Ja, eigentlich sieht man diese Tiere auf allen Felsen. Einzelne quallen sich wieder ins Wasser, andere hieven sich schwerfällig wieder heraus. Auch hier ein Kommen und Gehen. — Eine Stunde lang schauen wir diesem Treiben zu.
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Da wir uns seit 2 Tagen an abgelegenen Küstenstreifen der Catlins aufhalten, hatten wir über diese Zeit weder Verbindung zum Internet noch zum Telefonnetz. Jetzt, da wir uns über den Kaka Point langsam wieder der grösseren Stadt Balclutha nähern, zeigt das Handy endlich wieder einmal Kontakt an. Diesen nutzen wir sofort, um mit dem iPad (Skype) mit BBJLH Kontakt aufzunehmen. Die Zwillinge haben ja heute Geburtstag!!! Wir erfahren von Beat wieder viele Neuigkeiten, und Lena, unterstützt durch Henrick, erzählt uns begeistert von ihrem gestrigen vorgezogenen Geburtstagsfest. Vorgezogen, weil Jan heute und morgen an seiner zukünftigen Schule in Nelson einen Schnupperlehrgang für neue Schüler geniesst. Wir wünschen allen alles Gute!
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Nach Dunedin wären es noch weitere 100 Km. Wir haben aber wieder einen so schönen Tag erlebt, dass wir beschliessen, diese Strecke nicht mehr abzurasen, sondern den Abend in Balclutha geniesserisch zu Ende zu bringen. Dies tun wir dann auch in einem ruhigen, angenehmen Campground, wo ich zu meiner Überraschung sogar Internet-Verbindung mit „meinem“ Provider iac habe. (Normalerweise nur auf Top10-Campings).

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