NZ: 26.11.2012 Mo, 39.Tag Akaroa

39.Tag Mo, 26.11.2012
Lake Tekapo – Akaroa / 330 Km

Der Wecker klingelt um 06:00. Wolkenloser Himmel. Bereits nach der Morgendusche können wir uns die letzten Wassertropfen von der Morgensonne trocknen lassen. Tolle 17 Grad.
Bei diesen Bedingungen pressiert auch das Morgenessen nicht wirklich, und so machen wir uns so gegen halb acht auf den Weg.
Das braune Hochplateau um Lake Tekapo liegt im eitel Sonnenschein, fast windstill, aber schon nach wenigen Km sehen wir vor uns Wolkenfetzen über die Hügelketten auf uns zurasen. Die kommen ja direkt aus dem Osten, wo wir hinwollen! Und ich dachte immer, dass NZ nur Westwind kennt! Gegen den Burkes Pass wird’s immer schlimmer, die Windböen fegen uns fast von der Strasse und die Bäume am Strassenrand winden und wehren sich. Die Sicht wird schlechter, neblig, es beginnt zu Nieseln. Die Morgentemperatur von 17 Grad fällt fast schlagartig auf 10 Grad und bleibt bei ca 12 Grad den ganzen Tag hängen. Na dann Prost.
Der Starkwind lässt dann auf der Ostseite des Passes etwas nach, aber die tiefliegende Wolkendecke begleitet uns heute den ganzen Tag über.

In Geraldine machen wir schon den ersten Znünihalt. Wir schlüpfen zuerst in den warmen Pullover, dann in ein heimeliges Kaffee, das jetzt um halb zehn sehr gut von Einheimischen besetzt ist. Bacon and Egg, eine Süssigkeit, der Kaffee, das Gratiswasser, alles ist von bester Qualität. Alles kostet hier im „Flachland“ mind. 1 $ weniger als oben „in den Bergen“.
A-propos Flachland. Die Gegend von Fairlie bis hierher nach Geraldine und darüber hinaus ist wunderhübsch hügelig und wellig, alles ist wieder tiefgrün, offensichtlich sehr fruchtbar und die Schaf- und
Hirschenzucht blüht. Weite Felder, die sich auch über Hügel hinziehen, sind feinsäuberlich für die Frühlings-Aussaht präpariert. Andere tragen bereits die Früchte der Wintersaat. Wenn ein CH-Bauer auswandern möchte: hier würde er sich wohlfühlen.
Eigentlich war vorgesehen, die nördliche Scenic-Route zu befahren, die wohl immer den „Voralpen“ entlang führt und auf der man wohl linkerhand immer wieder die noch schneebedeckten „Alpen“ sehen könnte. Aber die Wolken hängen wirklich fast bis auf die Fahrbahn: entsprechend ist die Sicht eingeengt. Darum verlassen wir diese Route bald wieder und wenden uns über das nun sehr flache Gebiet um Ashburton bis Rakaia. Hier biegen wir vom verkehrsreichen SH1 nach rechts ab, und auf schnurgeraden Nebensträsschen ohne jeden Verkehr, dafür weitflächig
bewässerter Landwirtschaft links und rechts, tuckeln wir solange, bis wir die 75 erreichen, die wiederum flach und oft gerade bis Little River führt. Wir wollen ja heute den äussersten Zipfel von Christchurch anfahren. In Little River wird’s dann kurvig, denn eine Passstrasse, die auf über 400 müM führt, ist zu bewältigen. Wunderschöne Aussichten in grüne Hügel und Täler tun sich auf. Hinten geht’s gleich kurvig wieder absi bis ans Meer, und nach ermüdenden letzten Kilometern erreichen wir unseren „Ankerplatz“ in Akaroa.
Das Ganze hat sich heute doch etwas in die Länge gezogen. Aber ich würde sagen, dass jeder Km interessant war, auch wenn das Wetter leider nicht so mitgespielt hat.
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Jetzt, beim frühen Abendessen, hat sich der Himmel aufgeklärt. Die Sonne scheint uns ins Gesicht, der Wind hat sich gelegt, wir sehen den blauen Himmel wieder. – So schnell ändert sich das Wetter in diesen Gegenden.

PS1: Mit meinem iPad stimmt seit 2 Tagen etwas nicht mehr. Trotz ordnungsmässig bezahlter Verbindung zu Vodafone NZ streikt das Internet. In Ashburton finden wir dank iSite (in jedem grösseren Ort gibt es diese Informations-Büros) schnell einen Vodafone-Shop. Die junge Frau, die mich bedient, verstehe ich kaum, denn sie spricht echtes NZ-Englisch und dazu noch schnell. Aber das Wichtige ist: sie hat meinen iPad voll im Griff. Denn nach 2, 3 ergebnislosen Versuchen drückt sie einfach die on/off Taste so lange, bis das Ding rebootet. Und dann funktionierts wieder. Wieso bin ich auf diese Idee nicht selber gekommen: beim PC braucht man ja leider diese Prozedur auch hie und da.
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PS2: Ich habe oben den regen Verkehr auf der SH1 erwähnt. Abgesehen von dieser nord/süd Hauptverbindung sind wir auf den bisher zurückgelegten 5000 Km sicher zu 95% auf (meistens sehr guten) Strassen gefahren, wo wir oft über lange Strecken alleine waren. Oder wir begegneten nur alle paar Km einem anderen Fahrzeug. Unglaublich, wie sich der Verkehr hier ausdünnt, sobald man eine Ortschaft mit etwas Regionalverkehr verlässt.

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One Response to NZ: 26.11.2012 Mo, 39.Tag Akaroa

  1. Lilian und René says:

    Kia ora. Kei te pēhea koe?

    Liebe Ruth und Emil,

    tolle Sache. Wir sind Euch auf den Fersen. Aber es dauert noch einige Zeit, bis wir Euch eingeholt haben. Wir freuen uns auf weitere Berichte und wünschen Euch weiterhin viel Vergnügen und gute Reise.

    Lilian und René

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